Lurch des Jahres 2025
Der Moorfrosch

Moorfroschpärchen
© Peter Fliegl
Der Moorfrosch ist eine kleine, gefährdete Froschart, die zur Laichzeit ihr „blaues Wunder“ erlebt.
Aussehen und Körperbau
Der Moorfrosch ist eine unserer kleineren Froscharten. Er erreicht eine Größe von maximal sieben Zentimetern. In der Laichzeit, die Ende März bis Anfang April stattfindet, sind die Männchen für wenige Tage intensiv blau gefärbt. Die Ursachen für diese auffällige Blaufärbung sind noch nicht im Einzelnen geklärt. Möglicherweise dient sie als visuelles Signal gegenüber den Weibchen oder konkurrierenden Männchen. Außerhalb dieser kurzen Zeitspanne sind die Männchen, wie auch die Weibchen hell- bis dunkelbraun gefärbt. Sie sind von schlankem Körperbau und haben eine kurze, spitze Schnauze. Ihr Trommelfell ist im Vergleich zum Auge klein.
Lebensraum und Verbreitung
Der Moorfrosch ist vom westlichen Mitteleuropa und östlichen Nordeuropa bis nach Sibirien verbreitet. In Deutschland ist er vor allem im Norden und Osten zu finden. In anderen Teilen des Landes ist er nur lückig vertreten und vom Aussterben bedroht. Der Frosch bevorzugt Lebensräume mit hohem Grundwasserstand oder zeitweiser Überschwemmung, wie Nasswiesen, Moore, Sumpf- und Bruchwälder sowie die Weichholzauen größerer Flüsse. Aufgrund der Seltenheit geeigneter Lebensräume gibt es bei uns im Landkreis Ansbach lediglich ein Vorkommen des Moorfroschs im Norden sowie ein Restvorkommen im Süden.
Fortpflanzung und Gefährdung
Die Weibchen legen ihre Laichballen mit bis zu 3.000 Eiern in flachen, sonnig gelegenen Uferbereichen von Gewässern ab. Die Kaulquappen schlüpfen nach 4 bis 14 Tagen. Nach etwa dreimonatiger Entwicklungszeit erfolgt die vollständige Umwandlung zum Landtier. Die Zerstörung oder Beeinträchtigung der Lebensräume durch menschliche Aktivitäten, insbesondere z. B. durch großflächige Trockenlegung und Kultivierung von Feuchtbiotopen, zählen zu den Hauptgefährdungsursachen für den Moorfrosch. Durch den Klimawandel trocknen Laichgewässer auch zunehmend häufiger aus, noch bevor die Entwicklung der Tiere vollständig abgeschlossen ist. In von Natur aus schwach gepufferten Laichgewässern innerhalb von Mooren können zudem niederschlagsbedingte Säureeinträge zum Absinken des pH-Wertes unter einen kritischen Bereich (etwa < 4,5) führen, was im ungünstigsten Fall die Verpilzung und das Absterben des Laiches zur Folge haben kann.
Schutz des Moorfrosches
Der Moorfrosch ist in Europa im Anhang IV der FFH-Richtlinie gelistet und nach dem Bundesnaturschutzgesetz als „streng geschützt“ eingestuft. Es ist somit verboten, die Frösche zu fangen, zu verletzen, an ihren Lebensstätten aufzusuchen oder zu töten.
Neben dem eigentlichen Schutz der Tiere, dient insbesondere die langfristige Sicherung geeigneter Lebensräume dem Erhalt dieser nach der Roten Liste für Deutschland als „gefährdet“ geltenden Art.