Milchviehhaltertag 2026 - Rückblick
CO2 und H2O im Blick
CO2 und H2O im Blick - unter diesem Motto fand Ende Januar 2026 der Milchviehhaltertag des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ansbach und der Verbände für landwirtschaftliche Fachbildung im Landkreis Ansbach statt.
Die Veranstaltung bot ein umfassendes Fachprogramm zu aktuellen Fragestellungen der Milchviehhaltung mit dem Fokus auf die Bedeutung der Klimabilanz für landwirtschaftliche Betriebe sowie auf eine bedarfsgerechte und qualitativ hochwertige Wasserversorgung für Tiergesundheit und Wirtschaftlichkeit.
In der Begrüßung betonte Behördenleiter Bernd Nagel die Bedeutung von CO2‑Reduktion und guter Wasserqualität in der Milchviehhaltung. Er machte deutlich, dass diese Themen nicht nur für die Betriebe selbst, sondern auch für die gesamte Gesellschaft von Bedeutung sind. Nachhaltige Landwirtschaft sei heute nicht nur eine betriebliche Notwendigkeit, sondern ein gesamtgesellschaftlicher Anspruch, der Klimaschutz fördert, die Umwelt schont und die Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln sichert. Lesen Sie im Rückblick mehr über die behandelten Themen und Erkenntnisse des Milchviehhaltertages.
Klimabilanzen für Kreditgeber und Molkereien
Ausgangspunkt ist das erklärte Ziel der EU, bis 2050 Netto-Null-Treibhausgasemissionen zu erreichen. Dazu sieht der EU-Finanzrahmen Mittel für klimabezogene Projekte vor.
Das Risikomanagement der Banken fokussiert sich auf drei Säulen, sogenannte ESG-Risikotreiber:
- „Environmental“ (THG-Emissionen und Standortrisiken wie Dürre und Extremwetter),
- „Social“ (Arbeitsbedingungen und Lieferketten),
- „Governance“ (Unternehmensführung und Transparenz).
Diese Treiber können zu Produktionsverlusten, geringerem Einkommen und somit verschlechterten Zahlungsverhalten der Kreditnehmer führen, welches das Kreditrisiko der Banken erhöht und schlechte finanzielle Kennzahlen mit sich bringen kann. Aus den genannten ESG-Indikatoren geht der Branchenscore hervor. Hausbanken unterstützen bei der Erweiterung und Anpassung des betriebseigenen ESG-Scores.
Weiter stellte Sophie Stemmler die aktuellen Förderangebote, die Zuschüsse zur Erstellung von Klimabilanzen sowie zinsverbilligte Darlehen vor. Zusammenfassend wurde deutlich, dass Klimabilanzen künftig weiter an Bedeutung gewinnen, da sie als Teil der ESG-basierten Risikobewertung bei der Kreditvergabe eine tragende Rolle spielen.
Auch im Rahmen von Lieferbeziehungen können Molkereien sie für Ihre Nachhaltigkeitsberichterstattung von den Milcherzeugern einfordern. Ihr Vortrag gab somit wichtige Impulse, sich frühzeitig mit diesem Themenfeld auseinanderzusetzen und die betriebliche Situation entsprechend zu bewerten und zu optimieren.
Förderprogramme zum Thema Klimabilanz der Landwirtschaftlichen Rentenbank
Klimabilanz trifft Wirtschaftlichkeit
Anzahl an 100.000-kg-Kühe weiter ausgebaut
Schwanzspitzenentzündungen bei Milchkühen
Zu den beobachteten Veränderungen zählen Schuppenbildung, Risse, Schwellungen, ringförmige Wunden sowie Veränderungen an der untersten Schwanzspitze.
Die Problematik tritt nicht nur bei Mastbullen, sondern auch bei Milchkühen und bereits bei Kälbern ab der dritten Lebenswoche auf. Bei Kälbern stehen vor allem Belastungen durch Enthornung, Futter- und Milchumstellung im Vordergrund. Als Hauptursache wurde eine unzureichende Durchblutung der Schwanzspitze genannt – vergleichbar mit den Mechanismen bei der Klauenrehe.
Einflussfaktoren hierfür sind unter anderem Mykotoxine, Hitzestress, eine fütterungsbedingte hohe Stärkeaufnahme durch viel Mais und Getreide bei gleichzeitigem Mangel an strukturellen Rationsbestandteilen sowie eine unzureichende Wasseraufnahme.
Forschungsarbeit bzgl. Schwanzspitzennekrosen bei Milchkühen - HWST
Querschnitt ist durch nichts zu ersetzen
Probleme entstehen häufig durch Eisen- und Mangangehalte im Wasser, vor allem in den Leitungen. Auch Biofilmbildung in Tränkesystemen kann die Wasserqualität deutlich beeinträchtigen. Zudem können technische Engstellen, wie zu klein dimensionierte Wasserzähler oder ein zu geringer Leitungsdurchmesser, in Stallanlagen zu unzureichendem Wasserdruck und damit zu einer verminderten Wasseraufnahme der Tiere führen. Demnach ist laut Jakob Lechner „Querschnitt mit nichts zu ersetzen!“.
Als Anhaltswert gibt er bei Ringleitungen einen Leitungsquerschnitt von mindestens ¾ Zoll, besser 1 Zoll an um einen ausreichen hohen Wasserdurchfluss von möglichst 25 l/min und mehr zu erreichen.
Anhand von Praxisbeispielen sowie aussagekräftigen Videos und Bildern erläuterte er den Einsatz und die Funktionsweise der entsprechenden Anlagen und unterstrich erneut, wie wichtig eine ausreichende und vor allem schnelle Wasserversorgung für Gesundheit und Betriebsmanagement ist.
Weiterführende Informationen zur Wasserversorgung, -qualität und -aufbereitung:







